Bericht Austria Trophy, 10. bis 11. April, Hirtenberg

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Sportes

Am 10. und 11. April 2010 fand in Hirtenberg die diesjährige Austria Trophy Parcours statt. An dieser Veranstaltung nahmen 49 Damen und Herren teil.
Bei sehr kaltem und windigem Wetter war es nicht ganz einfach, die durch diese Bedingungen z.Teil sehr erschwerten Scheiben zu beschiessen und auch zu treffen ( siehe die Ergebnisse am ersten Tag ).

Da diese Veranstaltung ein Ranglistenwettkampf des ASF war und durch diesen auch vergeben wurde, ist es schon legitim, sich in der „ÖSTERREICHISCHEN SPORTORDNUNG ÖSpO“, welche ab 1. Jänner 2010 gültig ist, ein wenig umzusehen.
§ 1.1 der ÖSPO enthält Bestimmungen für jene Wettkämpfe, welche vom ASF vergeben werden, dies gilt natürlich im Besonderen auch für Ranglistenwettkämpfe lt. § 3.1 der ÖSPO.
§ 1.2 verpflichtet jeden durchführenden Verein diese ÖSPO bei Wettkämpfen einzuhalten.
§ 3.6 besagt ausdrücklich, dass Verbands- und Vereins-Veranstaltungen, welche im ASF-Wettkampfkalender enthalten sind, nach den Bestimmungen dieser ÖSPO durchzuführen sind.
§ 5.8. besagt ausdrücklich, dass alle österreichischen SchützenInnen  ab 1.1.2010 im Besitz einer gültigen ASF-Wettkampfkarte sein müssen, ansonsten können sie nur in der Gästeklasse teilnehmen.
§ 7.1. besagt ausdrücklich, dass beim Parcours-PC zwei Linien vorhanden sein und die Ziele entsprechend beschossen werden müssen.
§ 12.1. die Ausschreibung betreffend wird hier klar vorgegeben, dass diese mindestens sechs Wochen vor dem Wettkampftermin erfolgen muss. § 12.4. verlangt, dass diese Ausschreibung der ASF-Musterausschreibung entsprechen muss.
§ 15.2  Die Bildung einer Jury betreffend sagt dieser § eindeutig aus, dass jedes Bundesland nur einen Vertreter in die Jury entsenden darf.

Meine lieben  Mitglieder und Freunde unseres schönen Wurfscheibensportes, ich habe diese Paragrafen vorab angeführt um Ihnen zu zeigen, wie wichtig diese ÖSPO ist und wie diese  vom Sportkoordinator, welcher selbst massgeblich an dieser ÖSPO mitgearbeitet hat, diese ÖSPO genommen  und damit ad absurdum geführt wird.  Eigentlich sind alle Veranstalter, welche sich an diese ÖSPO halten die Dummen. Wie es geht wurde ihnen ja eindringlich vor Augen geführt.
1
Ausschreibung : Diese sollte lt. § 12.1. sechs Wochen vor Schiesstermin erfolgen, erschienen ist sie sieben Tage vor Schiesstermin (!!!), am Samstag, den 3. April 2010 im Internet des ASF und sonst nirgends. Folgerichtig konnte man  in dieser Ausschreibung als Beginntermin für Samstag, den 10.4.2010 lesen, dass die Jury (!!!) den Schiessbeginn bestimmt. Kein Mensch wusste, wann Schiessbeginn ist. Etliche deutsche und ungarische Schützen kamen nicht, da sie nicht wussten ob und wann das Schiessen stattfindet.
Ich war mit drei Jugendlichen am Samstag den 10.4. um 08h35 vor Ort und musste mir anhören, dass wir praktisch zu spät dran seien und nicht mehr mitschiessen könnten, da bereits um 09h00 mit dem Wettkampf begonnen würde. Ebenso wurde dies dem ungarischen Schützen Nemeth Zsolt gesagt. Auf unsere ungläubige Reaktion hin wurde dann beschieden, dass wir ausnahmsweise doch mitschiessen könnten. Die Musterausschreibung gibt es ja offensichtlich nur fiktiv in der ÖSPO.
2
Die Frage der Wettkampfausweise  lt. § 5.8. ist ja bereits ein Hohn. Es gab und gibt noch immer keine. Genaugenommen haben alle österreichischen Teilnehmer in der Gästeklasse geschossen. Die Frage stellt sich schon, wie steht der ASF und der Referent FITASC Disziplinen zu diesem Sachverhalt, ist dieses Schiessen ein österreichisches RL-Schiessen oder nicht? Viele Vereine haben pünktlich das Geld für diese WKA´s überwiesen und warten vergeblich auf diese.
3
Der § 7.1. besagt ausdrücklich, dass für ASF-Schiessen in der Disziplin PC zwei Linien vorzusehen und zu verwenden sind.
Die Wirklichkeit sah so aus, da laut Schiesskoordinator, ( in Personalunion auch der Veranstalter ), seiner Meinung nach zu wenige Teilnehmer vorhanden waren, hat er locker und lässig alle Teilnehmer nur die Linie „A“ schiessen lassen, da laut seiner eigenen Aussage die Besetzung von zwei Linien mit ASF Richter zu teuer sei. Mit dem Effekt, dass erst um 11h50 alle Teilnehmer die Linie „A“ beschossen hatten. Die Schützen und Schützinnen  zitterten in Folge der langen Wartezeiten, der grossen Kälte und des Windes ganz gehörig.
Dies war ein unfassbarer Affront allen Teilnehmern gegenüber und zeigt von der wirklichen Einstellung des Herrn Schiesskoordinators gegenüber jenen WurfscheibenschützenInnen, welche nicht olympische Disziplinen schiessen. Ob viele dieser Teilnehmer noch einmal nach Hirtenberg kommen, sei sehr in Frage gestellt. Die Firma Kettner wird sich sehr bedanken.
4
Der § 15.2  der ÖSPO besagt,  dass bei drei Jurymitgliedern alle aus einem anderen Bundesland kommen müssen. Es passt natürlich genau dazu, dass zwei von NÖ und ein Mitglied aus Wien kam.
5
Der SCCA ist mit 9 Schülern und Junioren zu diesem Schiessen gekommen. Es ist bezeichnend, dass in Hirtenberg der einzige Vernstalter werkt, der nicht bereit ist den Jugendlichen das Nenngeld zu ermässigen, alle mussten € 125,00 bezahlen. Sogar die FTASC hat die Nennkosten für die Jugendlichen deutlich reduziert. Der Dank der Jugend ist Hirtenberg sicher.

Die Schützenszene in Österreich stellt sich schon einige Zeit die Frage, wie lange sich der ASF ( der offensichtlich nur aus dem Schiesskoordinator besteht ) so weiter bewegen kann. An den  Präsidenten, das Präsidium, die LV-Präsidenten und die Referenten wird hier mit der Frage  herangetreten, was mit diesem ASF und seinen Repräsentanten los ist. Auf Antworten warten wir schon einige Zeit. Wahrscheinlich ist es vernünftiger, dass sich der ASF in Zukunft um die olympischen Disziplinen kümmert und  die SchützenInnen, welche die FITASC Disziplinen schiessen, in einem eigenen Verband ohne diesen Schiesskoordinator weit besser aufgehoben wären.

Zum sportlichen Geschehen. Die Wurfscheiben waren vor allem bei diesem Wind z.T. unberechenbar. Das Programm lustlos und ohne Rücksicht auf den Schwierigkeitsgrad zusammengestellt ( zB. als Doubletten die jeweils schwersten Scheiben in der Einzelserie, usw. ). Im Jahr 2008 und 2009 waren zum Teil schon die gleichen Ziele vorhanden, der Anteil an Skeet- und Trapscheiben ( no na ) war unverhältnismässig gross. Die ganze Schützenszene war, vor allem am ersten Tag sehr frustiert, es herrschte eine richtige Mißstimmung.

Ein Wort zu den Richtern. Es wurde sehr gut gerichtet, alle bemühten sich sehr, im Zweifel lautete die Entscheidung für den/die Schützen/In. Mit  einer Richterin sollt man ein Gespräch führen. Sie verwies u.a. unsere ungarische Begleiterin nicht auf die Rückseite des Standes, sondern verlangte, dass sich diese Dame ( da kein Gehörschutz ) gleich auf die Strasse zu begeben habe. Bitte liebe Richter bleibt am Boden mit solchen Sachen. Erstaunlich die Tatsache, dass ein einberufener Richter am ersten Tag mitschiessen musste, da bei den Richten  eine Linie eingespart wurde. 

Überragend und europaklassenreif schoss ( in der Seniorenklasse ) diesmal unser Junior Fefi Melcher. Mit 180 Treffern und 13 Scheiben Vorsprung auf den Zweiten war Fefi eine Klasse für sich.  Bravo Fefi, bitte behalte diesen Stil und diese Einstellung bei und wir werden mit Dir noch sehr viel Freude haben.  Zweiter bei den Senioren wurde der sehr gut schiessende Michael Maschke mit 167 Treffern vor Luki Lukaseder, der 164 Treffer erzielen konnte.

Die Damenklasse sicherte sich Renate Kopper mit 149 Treffern und deutlichem Vorsprung vor Ginni Scheichenost, die 131 Treffer schoss und Angelika Praschl Bichler, welche praktisch mit sieben Serien auf 125 Treffer kam.

Die mit sieben Teilnehmern gut besetzte Schülerklasse ( bis 16 Jahre ), gewann Martin Zendrich mit guten 141 Treffern vor Korkisch Sebastian, der 134 Treffer erreichte und unserem neuen SCCA-Mitglied, den sehr talentierten Alexander Grasspointner, der 131 Treffer schoss. Auch die übrigen Jungens schossen sehr ambitioniert, besonders Georg Fritz, der mit 121/2 Jahren immerhin 97 Treffer erzielen konnte.

Die Veteranenklasse war wieder einmal dem sehr gut schiessenden Rudi Appel nicht zu nehmen. Mit 165 Treffern erreichte er das drittbeste Tagesergebnis und lag 31 Treffer vor dem Zweiten, Mayr Edi, der 134 Treffer erzielen konnte. Dritter wurde unser slowenischer  Freund Dusan Zehel, der 131 Treffer schoss.

Die Superveteranenklasse konnte ich mit einem Startelfer ( kein Wunder bei diesem Umfeld ), aber einer sonst guten Durchschnittsleistung mit 151 Treffern gewinnen. Zweiter Gerhard Payrhuber mit 139 Treffern und Dritter Peter Solloch, der sehr unter der Kälte litt und 131 Treffer erzielen konnte.

In Summe und zum Abschluss kann man sagen, Hirtenberg war keine Reise wert.
Köflach, am 12. April 2010

Mit sportlichen Grüssen
Hermann Traussnigg
 

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