Bericht SCCA-Clubmeisterschaft ESP und Finale des Kettner Frühlingscup am 19.3.2017

Zum Finale des Kettner Frühlingscups traten 61 Schützen an.
Doubletten, Doubletten und noch mehr Doubletten. So mancher Neuling im Wettkampfsport beschießt die erste Taube einer Doublette zweimal, denn das Hirn hat vollgepumpt mit Adrenalin, Nervosität und Angst vor dem Fehlen die zweite Wurfscheibe bereits vergessen ehe sie auftaucht. Dann ist sie plötzlich da, die Erinnerung kehrt wieder, nur im Lauf ist keine Patrone mehr. Enttäuschung, Verwunderung, Ärger über sich selbst machen sich breit.
Beim English Sporting kann man sich diese Gefühle, so man nicht konzentriert ist, 75 mal abholen, denn serviert werden für die Teilnehmer ausnahmslos Doubletten. Eine Disziplin für Masochisten? Oder doch für jene, die es schaffen stets im Moment von zwei Tauben ihren Fokus aufrechtzuerhalten. Und das wiederkehrend und wiederkehrend bis 150 Wurfscheiben beschossen sind?
Klar ist, dass sich dabei nur jene Schützen an die Spitze setzen können, die das Wechselspiel von Konzentration und Entspannung perfekt beherrschen. Nichts anderes darf den Raum einnehmen. Keine Sorgen, keine privaten, beruflichen Termine oder sonstige Unstimmigkeiten. Man muss sich frei machen - von Allem. Genau das ist jene Kunst, die die Bestplazierten immer wieder aufs Neue zur Schau stellen. Und zwar jedes Mal, wenn sie in den Ring steigen und ihre "Arbeit" verrichten. Egal wie schwer oder wie unrhythmisch die Tauben geworfen werden. Wir, der abgeschlagene Rest, arbeiten noch daran und hoffen, dass es beim nächsten Mal endlich besser klappen wird. Und dann gibt es auch noch die, die sich den Wettkampf oder die Tauben schon vor dem Schießen schlecht meckern. Die obendrein auch noch wissen, wie man es besser ausrichten hätte können. Jene sollten diesen Absatz gleich nochmals lesen. In aller Sorgfalt. Einfach nochmals lesen und wirken lassen.
Soweit die mentalen Rahmenbedingungen. Im Wettkampf waren natürlich Patronenwahl und Chokes vergessen, die Flugbahnen waren studiert und scheinbar abgespeichert. Bei Schuss-, Rafale- und Simultandoubletten drangsalierten unterschiedliche Scheibenarten, Entfernungen sowie Geschwindigkeiten die Wettkampfteilnehmer aufs Äußerste. Verließ man den Ring mit wenigen Treffern, glaubte man zu wissen, dass sich Josef Schmid bei der Parcoursgestaltung hämisch ins Fäustchen gelacht haben musste. Man redete sich die Unmöglichkeit des Treffens herbei, hoffte auf einen Gesamtsieger mit niedriger Trefferzahl, damit die eigene Leistung in Relation wieder stieg. Ein kleiner Selbstbetrug und schon schmunzelte man versöhnlich vor sich hin, hoffte auf ein passables persönliches Resultat am Ende des Wettkampfs.

Trat dann aber ein Top-Schütze vor den eigenen Augen in den Ring, wirkten die Ziele als wären sie ganz einfach, als hätte man immer ausreichend Zeit für kontrollierte Schussabgaben. Was war passiert? Waren es nicht die gleichen Doubletten, die man gerade noch vergeblich selbst beschossen hatte? War es also doch fair und angemessen, wie die Scheiben flogen? Ja, war es! Die Top-Schützen brauchen und lieben genau jene Herausforderungen, die uns manchmal überfordern. Sie geben das Maß vor. Josef Schmid und sein Team wissen daher ganz genau, was sie tun müssen, um einen guten Wettkampf mit dem nötigen Schwierigkeitsgrad auszurichten. Niemand in Österreich hat mehr Wettbewerbe ausgerichtet als sie. Ihnen gehört unser höchster Respekt, auch wenn sie uns während des Wettkampfs zeitweilig durch eine emotionale Achterbahn schicken.

Leider blieb das Meckern dennoch nicht aus: "Zu schwer … da brauchen wir den Parcour nur noch für Fefi und Stoffal machen … beim English Sporting gibt es keine Rafale Doubletten … nur schwere Doubletten".
Sehr traurig und schade ist das, wo sich doch alle aufrichtig Mühe geben, wirklich alles dafür tun, damit schöne Wettkämpfe zustande kommen und wir unsere Freude daran haben (sollten).

Von all dem aber scheinbar unbeeindruckt gewann schließlich, in einem bis zum Schluss spannenden Bewerb, Josef "Fefi" Melcher mit 133 Treffern. Dahinter belegten Christoph "Stoffal" Gruber mit 132 und Krisztián Korbán mit 125 Treffern die Podiumsplätze. Herzliche Gratulation zu den herausragenden Leistungen. Wir ziehen begeistert den Hut!

Was passierte in den Klassen? Bei den Junioren setzte sich Hubertus Lederleitner durch, bei den Damen gewann Angelika Praschl-Bichler. Die Senioren 1 beherrschte Mihaly Farkas aus Ungarn und bei den Senioren 2 siegte heuer schon zum dritten Mal Franz Veit. Super Franz! Wir gratulieren allen Gewinnern. Weitere Details unter Ergebnisse.

Zum Kettner Frühlingscup:
Nun waren also vier Trainingswettkämpfe absolviert. Die vier Schießen im Rahmen des Cups, an dem 234 Schützen teilgenommen hatten. Für die Wertung wurde das beste Resultat aus den ersten drei Schießen mit dem Ergebnis aus dem English Sporting Wettbewerb prozentuell gemittelt. Und es gab beim Gesamtsieg keine Überraschung.

Gesamtsieger und somit Gewinner des Kettner Frühlingscups 2017 wurde Josef "Fefi" Melcher! Respekt für die konstante Leistung auf höchstem Niveau! Er sowie alle anderen, die das Podium in den Klassen erklimmen konnten, bekamen für ihr tolles Abschneiden Gutscheine der Firma Kettner überreicht. Glückwunsch! Viel Freude damit.

Erwähnt werden müssen aber natürlich auch die Leistungen in den Klassen, denn schließlich haben auch jene Schützen über mehrere Wettbewerbe alle anderen hinter sich gelassen. Die Gewinner sind: Angelika Praschl-Bichler (Damen), Rainer Geiselmayr (Junioren), Lazlo Csakany (Senioren 1) und Franz Veit (Senioren 2).
Herzliche Gratulation!

Zuletzt möchte sich der Vorstand noch für die zahlreiche Teilnahme bedanken. Es war uns eine Freude. Wir wünschen jedem einzelnen Schützen nur das Beste für die kommende Saison und viel Erfolg bei unserem geliebten Sport. Das Schießen zum Jahresabschluss findet am 8. Oktober statt. Da werden wir uns alle hoffentlich mit gleicher Begeisterung und vielen Erfolgen in den Taschen wiedersehen.
 

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